Weltkindertag 2026

[Pressemitteilung]
Weltkindertag: Wer Kinderrechte ernst nimmt, muss die Kinder- und Jugendhilfe stärken
Hannover, 19. September 2026 – Zum Weltkindertag warnt der Kinderschutzbund Niedersachsen vor einer weiteren Schwächung der Kinder- und Jugendhilfe. Steigende Bedarfe treffen vielerorts auf knappe Kassen, fehlendes Personal und überlastete Strukturen. Unter dem Motto „Wen kümmert’s?“ macht der Kinderschutzbund darauf aufmerksam.

Simon Kopelke, Vorstandsmitglied Kinderschutzbund Niedersachsen:„Kinder haben ein Recht darauf, geschützt, gefördert und beteiligt zu werden. Diese Rechte dürfen nicht davon abhängen, wie angespannt die Haushaltslage gerade ist. Eine verlässliche Kinder- und Jugendhilfe darf kein Extra für gute Zeiten sein.“

Ob Unterstützung für Familien, Hilfen zur Erziehung, Beratung, Jugendarbeit oder Kinderschutz: Die Kinder- und Jugendhilfe begleitet Kinder und Jugendliche in sehr unterschiedlichen Lebenslagen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Fachkräfte und Einrichtungen.

„Wenn Familien lange auf Unterstützung warten, Fachkräfte dauerhaft an ihrer Belastungsgrenze arbeiten und Angebote eingeschränkt werden müssen, hat das konkrete Folgen für Kinder und Jugendliche“, so Kopelke. „Gerade diejenigen, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind, brauchen verlässliche Ansprechpartner*innen und Hilfen, bevor aus einer schwierigen Situation eine Krise wird.“

Der Kinderschutzbund Niedersachsen warnt deshalb davor, bei Kindern und Jugendlichen vor allem nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. 

„Am Weltkindertag sprechen wir viel darüber, dass Kinder unsere Zukunft sind. Entscheidend ist aber, wie wir heute mit ihnen umgehen“, sagt Kopelke. „Kinder brauchen Erwachsene und Institutionen, die Verantwortung übernehmen. Die Frage ,Wen kümmert’s?‘ muss deshalb eine klare Antwort haben: uns alle – und besonders den Staat.“

Auch vor Ort zeigt sich, wie groß der Unterstützungsbedarf ist:

„Im Kinderschutz-Zentrum Hannover erleben wir täglich, wie wichtig eine frühzeitige und niedrigschwellige Unterstützung für Kinder, Jugendliche und ihr soziales Umfeld ist. Steigende Wartezeiten und eine unzureichende finanzielle Absicherung von Angeboten wie unserer Telefonsprechstunde oder dem Kinder- und Jugendtelefon erschweren den Zugang zu dringend benötigter Hilfe. Gerade Kinder und Jugendliche sind darauf angewiesen, dass Beratung schnell, unkompliziert und verlässlich erreichbar ist. Kommune und Land müssen die Finanzierung solcher spezialisierten Beratungsangebote dauerhaft sichern”, sagt Dr.in Anja Stiller, Fachleitung Kinderschutz-Zentrum Hannover und stellvertretende Geschäftsführung vom Kinderschutzbund Niedersachsen.

Der Kinderschutzbund Niedersachsen fordert Bund, Länder und Kommunen auf, die Kinder- und Jugendhilfe verlässlich und bedarfsgerecht auszustatten. Kinderrechte müssen auch unter finanziellem Druck Maßstab politischen Handelns bleiben.

Mehr zur Kampagne „Wen kümmert’s?“ unter: www.kinderschutzbund.de/wenkuemmerts

 
Der Kinderschutzbund, Landesverband Niedersachsen e.V., gegründet 1957, hat 55 Orts- und Kreisverbände mit 6.500 Mitgliedern. Der DKSB setzt sich für die Interessen von Kindern sowie für Veränderungen in Politik und Gesellschaft ein. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Kinderrechte, Kinder in Armut, Gewalt gegen Kinder sowie Kinder und Medien.
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