“Ich wünsche mir das gleiche Engagement für die Kinder und ihre Familien, die es besonders schwer haben.”

Pressemitteilung vom Bundesverband DKSB

Kinderarmut in Zeiten von Corona: Hilgers fordert Zuschläge fürs Mittagessen

Geschlossene Schulen und Kitas stellen Eltern mit geringen Einkommen aber auch erwerbslose Eltern vor große Herausforderungen. Rund drei Millionen Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch auf kostenloses Mittagessen in der Kita oder der Schule. Für sie und ihre Eltern fällt diese Leistung jetzt ersatzlos weg. Hinzukommt: Günstige Lebensmittel sind schnell vergriffen, Tafeln und andere Organisationen schließen.


Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers: „Der Wirtschaft wird jetzt schnell und unbürokratisch geholfen. Ich wünsche mir das gleiche Engagement für die Kinder und ihre Familien, die es besonders schwer haben. Ich fordere deshalb, aus den freiwerdenden Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets einen unbürokratischen Zuschlag von 90€ pro Monat und Kind für alle Familien, die Leistungen zur Existenzsicherung erhalten, zu finanzieren. Das sind 3€ pro Tag und Kind, die zumindest eine Sorge der betroffenen Familien lindern kann. Die Leistung sollte ab dem 1.4.2020 rückwirkend zum 16.03. 2020 gezahlt werden.“  

Hilgers fügt hinzu: „Das betrifft zum Beispiel ganz konkret jene viel gelobte Mitarbeiterin im Supermarkt, die alleinerziehend ist und die jetzt neben vielen Überstunden auch noch die Betreuung ihrer Kinder organisieren muss. Der Wegfall des kostenfreien Mittagessens in Kita oder Schule trifft ausgerechnet diese Menschen zusätzlich.“    

Hintergrund: Bereits jetzt ist der Regelsatz für Kinder und Jugendliche knapp bemessen. Das Budget für Lebensmittel und Getränke liegt z.B. bei einem 15-jährigen bei rund 5 € pro Tag. Das kostenfreie Mittagessen, das durch das Bildungs- und Teilhabepaket in Kita und Schule gewährleistet wurde, kam hinzu. Betroffen sind Familien, die für sich und ihre Kinder Hartz IV-Leistungen, Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen.  

Die vollständige PM finden Sie hier zum Download.

“Etwa 7000 Kinder harren im größten Flüchtlingslager Europas auf der griechischen Insel Lesbos aus”

Pressemitteilung vom Bundesverband

Kinderschutzbundpräsident Hilgers: „Moria ist eine Schande für die Europäische Union“

Berlin, 06.03.2020.

Der Kinderschutzbund fordert Bundesinnenminister Seehofer auf, seine Blockadehaltung gegen die Aufnahme von geflüchteten Kindern und ihren Familien aufzugeben. Etwa 7000 Kinder harren im größten Flüchtlingslager Europas auf der griechischen Insel Lesbos aus. Der Präsident des Kinderschutzbundes Heinz Hilgers erklärt dazu: „Die Zustände im Flüchtlingslager sind eine Schande für die Europäische Union. In Moria wird die medizinische Versorgung ausschließlich durch Hilfsorganisationen geleistet. Kaum ein Kind dort besucht eine Schule. Den Kindern werden ihre verbrieften Rechte auf Gesundheit und Bildung vorenthalten.“Der Kinderschutzbund erkennt die Bemühungen der Bundesregierung um eine multilaterale Lösung an. „Diese Bemühungen dauern aber bereits mehrere Monate an. Den Kindern dort läuft die Zeit davon. Zahlreiche Kommunen und Bundesländer haben sich bereiterklärt, Geflüchtete von der Insel Lesbos aufzunehmen und ihnen in Deutschland ein zügiges und sicheres Asylverfahren zu gewähren. Ich fordere Herrn Seehofer daher auf, eine kurzfristige Lösung für die besonders gefährdete Gruppe der Kinder zu finden und den willigen Bundesländern und Kommunen die Aufnahme zu erlauben“, fügt Heinz Hilgers hinzu.

Quelle: https://www.dksb.de/fileadmin/user_upload/Pressemitteilungen/2020-03-06_PM_Fluechtlingskinder.pdf