“Eltern, die einen Abend den Staubsauger stehen lassen, dafür ihren Kindern Zeit schenken, tun etwas für ihre eigene Seele und die ihrer Kinder.”

Hinweise für gestresste Eltern und Anlaufstellen bei Konflikten und Gefahrensituationen

Quelle: https://www.dksb.de/de/artikel/detail/hinweise-fuer-gestresste-eltern-und-anlaufstellen-bei-konflikten-und-gefahrensituationen/

“Für viele Familien sind die durch die Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Reduzierung sozialer Kontakte eine große Herausforderung. Stresssituationen sind normal, es gibt aber Möglichkeiten, mit ihnen gut umzugehen (Teil 1). Wir bieten hier außerdem eine Übersicht über Ansprechpartner*innen für Eltern und Kinder in Krisensituationen – auch in Corona-Zeiten (Teil 2).


Teil 1: Stressbewältigungsstrategien

1. Perfektionismus ablegen, Gelassenheit gewinnen und vorleben

Gelassenheit gewinnen

Gerade in der derzeitigen Lage, in der Familien häufig zwischen (Home-)Office und Home-Schooling hin und her jonglieren, ist das Wichtigste, sich bewusst zu machen, dass nicht alles perfekt laufen muss. Geben Sie sich den Raum und die Zeit, sich in der neuen Situation zurecht zu finden. Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Eltern, die einen Abend den Staubsauger stehen lassen, dafür ihren Kindern Zeit schenken, tun etwas für ihre eigene Seele und die ihrer Kinder. 

Nachsichtig mit uns selbst und unseren Kindern sein

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Art, wie wir mit uns selbst umgehen, auch unseren Umgang mit unseren Kindern prägt. Sind wir streng mit uns selbst, sind wir auch streng mit unseren Kindern. Sind wir nachsichtig im Umgang mit uns selbst, sind wir dies auch mit unseren Kindern. 

Gelassenheit vorleben

Vorgelebte Gelassenheit färbt auch auf die eigenen Kinder ab. Wenn sie sehen, dass sich ihre Eltern auch Pausen gönnen und keine überhöhten Ansprüche an sich selbst haben, dann lernen auch sie einen gesunden Umgang mit sich selbst.

2. Bedingungslose Wertschätzung

Im unten verlinkten Artikel „Stressbewältigung im Familienalltag“ heißt es hierzu: „Kindern, die sich angenommen fühlen – ohne, dass sie dafür eine Leistung erbringen müssen, einfach weil sie so sind, wie sie sind – wird viel Druck genommen.“ Kinder und Jugendliche werden häufig schon genug durch schulische und gesellschaftliche Anforderungen unter Druck gesetzt. Zu Hause sollte ein Ort sein, an dem sie  nicht permanent Erwartungen erfüllen und „mithalten“ müssen.

3. Authentische Familienregeln/ Grenzen setzen

In einer Gruppe, so auch in einer Familie, treffen unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Bedürfnissen aufeinander. Wesentlich ist es hier, dass sich alle zusammensetzen und gemeinsam überlegen welche Werte für die Familie von Bedeutung sind. Ist den Familienmitgliedern Rücksichtnahme sehr wichtig, ergibt sich daraus zum Beispiel die Regel, Musik nur mit Kopfhörern zu hören. Wenige und wichtige Familienregeln, die für alle nachvollziehbar sind und gemeinsam festgelegt werden, geben Halt und Orientierung. 

4. Rituale

Ähnlich verhält es sich mit Ritualen. Familienrituale sind „kleine, feierliche Fixpunkte der Geborgenheit und heilsamer Sicherheit: Rituale geben Struktur, die vor allem (aber nicht nur) bei unseren ganz Kleinen, für die jeder Tag neu und unvorhersehbar ist, entspannend wirkt.“ 

„Erziehung: Wie Rituale Kinder stärken“: https://www.baby-und-familie.de/Erziehung/Erziehung-Wie-Rituale-Kinder-staerken-219817.html 

„7 Rituale für ein entspanntes Familienleben mit Ihrem Kind“: https://www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/7-rituale-fuer-ein-entspanntes-familienleben-mit-ihrem-kind.html 

5. Entspannungstechniken (gemeinsam) lernen

Warum nicht in der gemeinsamen Zeit zu Hause gemeinsam entspannen lernen? Hier finden Sie ein paar Links zu wissenschaftlich fundierten Entspannungstechniken – die Sie gemeinsam mit ihren Kindern ausprobieren können:

Geführte Meditation

für Kinder: https://www.youtube.com/watch?v=75Sb3UxFnVo 

für Kinder: https://www.youtube.com/watch?v=V7hEDkJaGX4 

für Jugendliche: https://www.youtube.com/watch?v=mn-KTgQnYg0 

für Jugendliche: https://www.youtube.com/watch?v=ockCQMt9kM0 

Autogenes Training

für Kinder: https://www.youtube.com/watch?v=Pfn_M9nYWhg 

für Kinder: https://www.youtube.com/watch?v=qY0G0krqba4

für Jugendliche: https://www.youtube.com/watch?v=ZcOTAIX8FwQ

für Jugendliche: https://www.youtube.com/watch?v=DEf5Ng7BdIY

Progressive Muskelentspannung (PMR)

für Kinder:https://www.youtube.com/watch?v=_10kyAWEWf8 

für Kinder: www.youtube.com/watch;

für Jugendliche:https://www.youtube.com/watch?v=1EWMEPg8ZQk

für Jugendliche: https://www.youtube.com/watch?v=JlbQUjJzO6o

Quellen:

https://www.eltern.de/familie-und-urlaub/familienleben/stressfreie-familie-1.html
https://www.kidsgo.de/familie-wellness-03/tipps-gegen-stress/

Teil 2: Ansprechpartner*innen für Eltern und Kinder in Konflikt- und Krisensituationen:

1. Örtliches Jugendamt

In Konflikt- und Krisensituationen können sich Kinder und Jugendliche sowie Familien an die örtlichen Jugendämter wenden. (…) (Die Telefonnummer der Bereitschaft des Jugendamtes der Stadt Göttingen lautet: 0551 – 4003737.)

2. Schnelle Hilfe und Unterstützung am Telefon

Gleichzeitig steht allen Kindern und Jugendlichen die “Nummer gegen Kummer” zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um ein bewährtes Angebot, in dem sich Kinder und Jugendliche anonym zu ihrer Situation beraten lassen können. Eltern bekommen Hilfe und Unterstützung über das Elterntelefon.

Die Nummer gegen Kummer berät bundesweit, kostenfrei und anonym über Telefon, Email und Chatfunktion:

Telefon: 11 6 111

Montag – Samstag: 14:00 Uhr – 20:00 Uhr

Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer ist unter dieser Rufnummer zu erreichnen:

Telefon: 0800 111 0 550

Montag – Freitag: 09:00 Uhr – 11:00 Uhr und Dienstag – Donnerstag: 17:00 Uhr – 19:00 Uhr. (…)

Auch auf das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch möchten wir in diesem Zusammenhang hinweisen:

Telefon: 0800-22 55 53

https://beauftragter-missbrauch.de/hilfe/hilfetelefon

3. Beratungsstellen vor Ort und Online

Darüber hinaus gibt es Kinder- und Jugend- sowie Familienberatungsstellen, die aktuell auch telefonisch erreichbar sind. Auf den Seiten der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) steht eine Beratungsstellensuche sowie eine Online-Elternberatung und eine Online-Jugendberatung zur Verfügung: https://www.bke.de/?SID=052-6B2-170-98A

Für Informationen, Hilfe und Unterstützung können Kinder, Jugendliche und Familien auch den Kinderschutzbund vor Ort kontaktieren: https://www.dksb.de/de/dksb-vor-ort/

4. Hol dir Hilfe!

(…)

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, und sein Team haben die Website www.kein-kind-alleine-lassen.de gestartet. Hier finden Kinder und Jugendliche direkten Kontakt zu Beratungsstellen und auch Erwachsene bekommen Informationen, was sie bei sexueller und anderer familiärer Gewalt in der Corona-Krise tun können.””

Quelle: https://www.dksb.de/de/artikel/detail/hinweise-fuer-gestresste-eltern-und-anlaufstellen-bei-konflikten-und-gefahrensituationen/

 

“Seit dem Jahr 2000 gilt in Deutschland das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung.”

Pressemitteilung vom Bundesverband DKSB

Kinder in der Corona-Pandemie – 20 Jahre Recht auf gewaltfreies Aufwachsen

Berlin, 27.03.2020. Anlässlich des Tages der gewaltfreien Erziehung am 30.04.2020 erklärt der Kinderschutzbund, dass das Kinderrecht auf gewaltfreie Erziehung in der Corona-Pandemie gefährdet ist. Die Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie werden vom Kinderschutzbund ausdrücklich unterstützt. Dennoch nimmt der Kinderschutzbund mit Befremden zur Kenntnis, dass über die Aufnahme des Spielbetriebs der Bundesliga oder die Eröffnung von Möbelhäusern engagiert diskutiert wird, während die Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien nur eine untergeordnete Rolle spielen. Der Präsident des Kinderschutzbundes Heinz Hilgers: „Wir greifen aktuell tief in die Grundrechte von Kindern ein: Wir isolieren sie von ihren Spielkameraden. Wir begrenzen sie in ihrem verbrieften Recht auf Bildung. Und wir enthalten ihnen ausreichend körperliche Bewegung vor. Auch das sind Formen der Gewalt. Es braucht eine Debatte darüber, wie wir Betreuungseinrichtungen und Schulen schrittweise öffnen können. Und diese Debatte muss die Bedürfnisse der Kinder im Blick haben – nicht nur die der Leistungsgesellschaft“. Hintergrund: Der Tag der gewaltfreien Erziehung wird in Deutschland seit 2004 begangen. Seit dem Jahr 2000 gilt in Deutschland das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung. Nach jahrelanger Lobbyarbeit hat vor allem der Kinderschutzbund entscheidend dazu beigetragen, dieses Recht zu verwirklichen. Der Tag soll daran erinnern, dass die gesamte Gesellschaft die Verantwortung für das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern trägt. Zudem soll er Eltern ermutigen, ihr Ideal einer gewaltfreien Erziehung Wirklichkeit werden zu lassen.

Quelle: https://www.dksb.de/fileadmin/user_upload/2020-04-30_PM_gewaltfreie_Erziehung.pdf

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Information:

Ҥ 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge

(2) 1Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. 2Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.”

“Es geht nicht bloß um den Verzicht auf ein bisschen Freizeitspaß.”

Pressemitteilung vom Landesverband Niedersachsen DKSB

Hannover, 20.04.2020. Der Kinderschutzbund Niedersachsen warnt in der Corona-Krise vor Maßnahmen, die einseitig zu Lasten von Kindern und Familien gehen. „Es ist unstrittig, dass die Pandemie eine sehr ernste Herausforderung ist“, sagt der Landesvorsitzende Johannes Schmidt. „Das einhellige Ziel, dass die Gesundheit an erster Stelle steht, muss dabei alle Bevölkerungsgruppen umfassen und geht weit über die rein epidemiologische Bekämpfung von Sars-Cov-2 hinaus.“

Es geht nicht um Freizeitspaß, sondern um gesunde Entwicklung

So befürchtet der Kinderschutzbund Niedersachsen teils massive gesundheitliche Auswirkungen auf viele der 13 Millionen Kinder unter 18 Jahren in Deutschland. „Eine monatelange Zwangsisolation von Heranwachsenden führt in vielen Fällen zu Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und anderen Symptomen einer depressiven Verstimmung“, betont Schmidt.

„Es geht nicht bloß um den Verzicht auf ein bisschen Freizeitspaß. Vielmehr drohen jungen Menschen ernsthafte Entwicklungsschäden, wenn die aktuelle Situation zu lange anhält.“ Schließlich seien für die gesunde Entwicklung von Kindern soziale Kontakte eine unabdingbare Voraussetzung. Auch die für Chancengerechtigkeit so wichtige Förderung und Unterstützung stehe auf dem Spiel – die Schere zwischen benachteiligten und privilegierten Kindern werde so beinahe täglich größer. „Insofern gehört zur erfolgreichen Bekämpfung der Krise unbedingt dazu, bei Maßnahmen wie Schul- und Kitaschließungen das Augenmaß nicht zu verlieren.“

Kinder haben Rechte – auch in Krisenzeiten!

Im Gegensatz zur Wirtschaft würden laut Schmidt Kindern und ihren Familien in der Corona-Krise Rettungsschirme des Finanzministers allein nur wenig weiterhelfen. “Schön und gut, dass vor den Schulen Geschäfte wie Friseure wieder aufmachen dürfen. Aber gleichzeitig Vorschulkindern bis zum Sommer den Besuch der Kita zu verbieten, wäre in höchstem Maße erklärungsbedürftig”, so Johannes Schmidt vom Kinderschutzbund Niedersachen.

Schmidt appelliert an Bundes- und Landespolitik, das Wohl und die Rechte von Kindern und Jugendlichen auf gesundes Aufwachsen, Bildung und Teilhabe bei den anstehenden Entscheidungen deutlich stärker zu berücksichtigen. „Eine Gesellschaft, die diese Krise nachhaltig und ohne allzu große Folgeschäden überstehen will, darf bei aller verständlichen Sorge vor einem neuartigen Virus nicht ihre jüngsten Mitglieder auf der Strecke lassen.“

“Ich wünsche mir das gleiche Engagement für die Kinder und ihre Familien, die es besonders schwer haben.”

Pressemitteilung vom Bundesverband DKSB

Kinderarmut in Zeiten von Corona: Hilgers fordert Zuschläge fürs Mittagessen

Geschlossene Schulen und Kitas stellen Eltern mit geringen Einkommen aber auch erwerbslose Eltern vor große Herausforderungen. Rund drei Millionen Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch auf kostenloses Mittagessen in der Kita oder der Schule. Für sie und ihre Eltern fällt diese Leistung jetzt ersatzlos weg. Hinzukommt: Günstige Lebensmittel sind schnell vergriffen, Tafeln und andere Organisationen schließen.


Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers: „Der Wirtschaft wird jetzt schnell und unbürokratisch geholfen. Ich wünsche mir das gleiche Engagement für die Kinder und ihre Familien, die es besonders schwer haben. Ich fordere deshalb, aus den freiwerdenden Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets einen unbürokratischen Zuschlag von 90€ pro Monat und Kind für alle Familien, die Leistungen zur Existenzsicherung erhalten, zu finanzieren. Das sind 3€ pro Tag und Kind, die zumindest eine Sorge der betroffenen Familien lindern kann. Die Leistung sollte ab dem 1.4.2020 rückwirkend zum 16.03. 2020 gezahlt werden.“  

Hilgers fügt hinzu: „Das betrifft zum Beispiel ganz konkret jene viel gelobte Mitarbeiterin im Supermarkt, die alleinerziehend ist und die jetzt neben vielen Überstunden auch noch die Betreuung ihrer Kinder organisieren muss. Der Wegfall des kostenfreien Mittagessens in Kita oder Schule trifft ausgerechnet diese Menschen zusätzlich.“    

Hintergrund: Bereits jetzt ist der Regelsatz für Kinder und Jugendliche knapp bemessen. Das Budget für Lebensmittel und Getränke liegt z.B. bei einem 15-jährigen bei rund 5 € pro Tag. Das kostenfreie Mittagessen, das durch das Bildungs- und Teilhabepaket in Kita und Schule gewährleistet wurde, kam hinzu. Betroffen sind Familien, die für sich und ihre Kinder Hartz IV-Leistungen, Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen.  

Die vollständige PM finden Sie hier zum Download.

Eindrücke …

“Etwa 7000 Kinder harren im größten Flüchtlingslager Europas auf der griechischen Insel Lesbos aus”

Pressemitteilung vom Bundesverband

Kinderschutzbundpräsident Hilgers: „Moria ist eine Schande für die Europäische Union“

Berlin, 06.03.2020.

Der Kinderschutzbund fordert Bundesinnenminister Seehofer auf, seine Blockadehaltung gegen die Aufnahme von geflüchteten Kindern und ihren Familien aufzugeben. Etwa 7000 Kinder harren im größten Flüchtlingslager Europas auf der griechischen Insel Lesbos aus. Der Präsident des Kinderschutzbundes Heinz Hilgers erklärt dazu: „Die Zustände im Flüchtlingslager sind eine Schande für die Europäische Union. In Moria wird die medizinische Versorgung ausschließlich durch Hilfsorganisationen geleistet. Kaum ein Kind dort besucht eine Schule. Den Kindern werden ihre verbrieften Rechte auf Gesundheit und Bildung vorenthalten.“Der Kinderschutzbund erkennt die Bemühungen der Bundesregierung um eine multilaterale Lösung an. „Diese Bemühungen dauern aber bereits mehrere Monate an. Den Kindern dort läuft die Zeit davon. Zahlreiche Kommunen und Bundesländer haben sich bereiterklärt, Geflüchtete von der Insel Lesbos aufzunehmen und ihnen in Deutschland ein zügiges und sicheres Asylverfahren zu gewähren. Ich fordere Herrn Seehofer daher auf, eine kurzfristige Lösung für die besonders gefährdete Gruppe der Kinder zu finden und den willigen Bundesländern und Kommunen die Aufnahme zu erlauben“, fügt Heinz Hilgers hinzu.

Quelle: https://www.dksb.de/fileadmin/user_upload/Pressemitteilungen/2020-03-06_PM_Fluechtlingskinder.pdf